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Welpen erziehen
von Janice Marriott
In vielen Ländern haben blinde Menschen besondere Hunde, die Blindenhunde genannt
werden und die ihnen helfen sollen, sich zurecht zu finden. Auf Neuseeland
leben die Blindenhunde, solange sie Welpen sind, bei "Welpenerziehern". Diese
Welpenerzieher kümmern sich um die jungen Hunde und helfen dabei, sie auf
die Ausbildung zum Blindenhund vorzubereiten.
Tim und Sandra Traut sind Welpenerzieher. Sie kümmern sich um Goldie,
einen jungen Labrador Retriever. Wenn Goldie ein Jahr alt ist, wird ihre
Ausbildung zum Blindenhund beginnen. Bis dahin sorgen Tim, Sandra und
ihre Eltern dafür, dass Goldie ein glückliches und gesundes Leben führt.
Das ist eine große Verantwortung.
Tim und Sandra gehören zu den erfahrensten Welpenerziehern auf Neuseeland.
Goldie ist schon ihr vierter Welpe. Sie haben Fotos von den anderen drei
jungen Hunden, um die sie sich gekümmert haben - Alda, Lassie und Falco.
Goldie ist jetzt neun Monate alt. Als sie zu Tim und Sandra kam, war sie sieben
Wochen alt, und obwohl sie aussah wie ein kleines, weiches Kuscheltier, begann ihr Training sofort.
Tim und Sandra müssen Goldie beibringen, auf drei verschiedene Kommandos zu hören.
"Mach Gassi." Das bedeutet: "Mach dein Geschäft." Dies ist ein wichtiger
Befehl, denn Blindenhunde müssen lernen, Fußwege und öffentliche Gebäude
nicht zu verschmutzen.
"Sitz." Ein Blindenhund muss von Anfang an lernen, sich auf Befehl hinzusetzen.
Pfeifen. Tim und Sandra müssen Goldie Tischmanieren beibringen - oder besser: Napfmanieren. Erst befiehlt Tim ihr, sich hinzusetzen. Dann stellt er den Napf mit ihrem
Futter auf den Boden. Goldie muss warten, bis Tim oder Sandra in die Pfeife
blasen, bevor sie ihr Futter fressen darf.
Außer diesen drei Kommandos muss Goldie noch einige andere Dinge lernen. Sie
soll begreifen, dass ihr Platz im Auto auf dem Boden ist. Sie muss auch
lernen, nicht hochzuspringen, wenn sie andere Leute begrüßt.
Auch Tim und Sandra müssen sich an die Regeln halten!
Sie dürfen Goldie ihre Leckerbissen oder ihr Futter niemals mit der bloßen
Hand geben. Wenn Goldie ihnen ein Stöckchen bringt, dürfen sie es nicht
werfen, damit Goldie es apportiert. Und sie dürfen mit ihr nicht Ball
spielen. Das fällt den beiden schwer, aber sie wissen, dass sie Goldie
dabei helfen, ein Hund zu werden, dem man völlig vertrauen kann.
Trotzdem kann man mit Goldie viel Spaß haben. Sie weckt Tim und Sandra
morgens auf und sie darf mit den beiden "Tauziehen" spielen - mit einer
Socke, in der ein Ball steckt.

Sandra, Tim und ihre Eltern können Goldie überall dahin mitnehmen, wo Hunde normalerweise
nicht hineindürfen, zum Beispiel in Supermärkte, Flugzeuge oder in die
Schule. Wenn sie ausgeht, trägt Goldie ein rotes Mäntelchen, das sie als
einen besonderen Hund ausweist.

Goldies liebstes Ziel ist der Metzger. Aber sie muss immer daran denken, auf Kommandos
zu hören, und sie darf niemals ein Würstchen aus der Hand fressen. Sie
schaut sich nur sehnsüchtig um.
Außerdem geht sie mit Tim zum Fußball und Tennis und mit Sandra zum Ballett
und zum Turnen.
Wie alle jungen Hunde ist Goldie auch manchmal ungezogen. Sie trägt gerne
stinkende Socken nach draußen und versteckt sie im Garten. Wenn niemand
hinsieht, versucht sie, die Teller im Geschirrspüler abzuschlecken. Einmal
hat sie es geschafft, sich bis zur Küchentheke zu strecken und ein ganzes
Blech voll frisch gebackener Kekse anzuknabbern.
Die Tage, Wochen und Monate gehen allzu schnell vorbei. Tim und Sandra
wissen genau: Wenn Goldie ein Jahr alt ist, kommt sie auf die Schule für
Blindenhunde, und dann werden die Kinder sie wahrscheinlich niemals wieder
sehen. Wenn sie ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat und ein
Blindenhund geworden ist, kommt ihr Foto neben die Bilder von Alda, Lassie
und Falco.
Sandra und Tim werden bestimmt traurig sein, wenn Goldie sie verlässt, aber sie
wissen genau, dass sie viel dazu beigetragen haben, Goldie zu einem freundlichen
und selbstsicheren Hund zu erziehen. Nur solche Hunde, die als Welpen
ein glückliches Leben geführt haben, können die Ausbildung zum Blindenhund
bewältigen. Danach werden sie ihren Weg als ständige und heiß geliebte
Begleiter von blinden Menschen machen.

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